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Mittwoch, 19. Dezember 2018

Nach dem frühen Tod meines Vaters blieben meiner Mutter einige wenige Erinnerungsstücke. Als meine Mutter im Jahr 2004 verstarb, sie war mit uns nach Wenden gezogen, entsorgten wir alles, was nicht als Erinnerung geeignet oder sonst wie von Wert war. Was übrig blieb passte in eine Pappkiste.

Nach vielen Jahren Einsatz für die Familie hatte meine Frau ihre eigene berufliche Basis verloren. Sie fand eine neue Aufgabe in der Altenpflege. Eines Tages, ich wollte sie von der Arbeit abholen, bekam ich mit, wie eine alte Dame in dieser Senioreneinrichtung aufgenommen wurde. Ihre wenigen Habseligkeiten führte sie in einem Schuhkarton mit – ihre persönliche Lebenskiste.

Inzwischen arbeitet meine Frau als gerontopsychatrische Fachkraft in der Demenzpflege. Auch hier gibt es viele Menschen, deren persönliche Sachen in eine Kiste passen.

Dennoch hat der Begriff der Lebenskiste hier eine andere Bedeutung. Die Lebenskiste birgt Unterlagen, Fotos und andere Gegenstände, die geeignet sind für die Therapie der Pflegepatienten.

In diesem Sinne ist es das wertvollste, das den Pflegepatienten geblieben ist. Ein Gut, mit deren Inhalt versucht und daran gearbeitet wird, die Erinnerung zurück zu holen oder wach zu halten.

Meine Lebenskiste ist eine Mischung aus materiellen Dingen, die in etlichen Kisten, Kartons, Schubladen, Ordnern und Regalen zu finden sind, und aus virtuellen Gegenständen. Sachen, die nicht mehr vorhanden sind, aber an die ich nach wie vor eine deutliche Erinnerung habe.

Alles ab in die Kiste!

Nach und nach wieder hervorgeholt.

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